Weisheiten

Der Indianer am See

Ein Manager kam in seinem Angel-Urlaub an einen großen See, an dem ein Indianer saß und angelte. "Was tust Du da?" fragte der Urlauber.

"Nun, ich sitze hier und angele", war die Antwort. "Wenn Du zwei Angeln benutzen würdest, könntest Du mehr Fische fangen".

"Warum sollte ich das tun?" "Dann hättest Du mehr Geld und könntest Dir bald ein Boot kaufen."

"Und dann?" "Dann könntest Du noch jemanden einstellen, der Dir hilft und Du würdest noch mehr Geld verdienen."

"Und dann?" "Dann könntest Du irgendwann sogar ein Fischfabrik haben und sehr viel Geld haben."

"Und warum sollte ich das tun?" "Dann könntest Du öfter einmal in den Urlaub zum Angeln fahren."

"Das tue ich doch!".

Unter einem abgestorbenen Baum draußen in den Wäldern wo der Blitz einschlug fand ich ein Holzstück schwarzverkohlt und aus dem toten schwarzen Holz sprossen drei Grashalme leuchtendgrün. /Robert J. Conley/

Reiter

Wenn du dein Herz nicht hart werden lässt, wenn du deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist, werden sie dir mit Zuneigung antworten. Sie werden die freundliche Gedanken schenken. Je mehr Menschen du hilfst, desto mehr dieser guten Gedanken werden auf dich gerichtet sein. Dass Menschen dir wohlgesinnt sind, ist mehr wert als Reichtum. /Henry Old Coyote/

Weißt Du, dass Bäume reden?

Ja, sie reden. Die sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst. Aber die weißen Menschen hören nicht zu. Sie haben es nie der Mühe wert gefunden, uns Indianer anzugehören, und ich fürchte, sie werden auch auf die anderen Stimmen in der Natur nicht hören. Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren: manchmal etwas über das Wetter, manchmal über Tiere, manchmal über den Großen Geist. /Tatanga Mani/

Hoch am Himmel bin ich unterwegs,ein Vogel an meiner Seite. /Lied eines Tschippewa/

Allen Lebewesen ist eine Kraft zu eigen - sogar einer winzigen Ameise, ein Sonnenstrahl, einem Baum, einer Blume, einem Stein - denn der Große Geist wohnt in jedem von ihnen. Die moderne Lebensart der Weißen hält diese Kraft von uns fern, schwächt sie ab. Um der Natur nahe zu kommen, sich von ihr helfen zu lassen, dazu braucht es Zeit und Geduld. Zeit, um nachzudenken und zu verstehen. Ihr habt so wenig Zeit zum Betrachten und Verweilen, immer seid ihr in Eile, immer gehetzt, immer gejagt. Diese Rastlosigkeit und Plackerei macht die Menschen arm. /Pete Catches/

Als die Erde mit all ihren Lebewesen erschaffen wurde, war es nicht die Absicht des Schöpfers, daß nur Menschen auf ihr leben sollten. Wir wurden zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern in diese Welt gesetzt, mit denen, die vier Beine haben, die fliegen, und mit denen, die schwimmen. All diese Lebewesen, auch die kleinsten Gräser und die größten Bäume, bilden mit uns eine große Familie. Wir alle sind Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde. /Aus der Danksagung der Irokesen